Nicht alles, was möglich ist, sollte automatisiert werden
Technisch lassen sich heute sehr viele Abläufe automatisieren. Wirtschaftlich sinnvoll ist das aber vor allem bei Prozessen, die häufig wiederholt werden, klare Regeln besitzen und einen messbaren manuellen Aufwand verursachen.
Ein selten ausgeführter Sonderprozess mit vielen Ausnahmen ist oft ein schlechter Startpunkt. Besser eignen sich repetitive Tätigkeiten wie Datenübernahmen, Benachrichtigungen, Dokumenterstellung, Statusabgleiche oder standardisierte Prüfungen.
Gute Kandidaten erkennen
Ein typisches Signal sind Mitarbeitende, die dieselben Informationen regelmässig zwischen Anwendungen übertragen. Auch wiederkehrende Excel-Exporte, manuelle E-Mail-Benachrichtigungen oder identische Kontrollschritte sind Hinweise auf Automatisierungspotenzial.
Der erste Schritt ist deshalb keine Technologieauswahl, sondern eine nüchterne Prozessaufnahme: Was passiert wie oft, wie lange dauert es, wo entstehen Fehler und welche Ausnahmen gibt es?
Klein beginnen, messbar verbessern
Erfolgreiche Automatisierung muss nicht mit einem grossen Transformationsprojekt starten. Ein klar abgegrenzter Prozess kann innerhalb kurzer Zeit zeigen, ob die erwartete Entlastung tatsächlich entsteht.
Wichtig sind vorher definierte Erfolgskriterien: eingesparte Bearbeitungszeit, weniger Übertragungsfehler, schnellere Durchlaufzeiten oder bessere Nachvollziehbarkeit. Dadurch wird aus einem technischen Projekt eine messbare Verbesserung.
APIs vor Bildschirm-Automatisierung
Wenn Systeme Programmierschnittstellen anbieten, sollten diese bevorzugt genutzt werden. APIs sind in der Regel stabiler, nachvollziehbarer und wartbarer als Automatisierungen, die Maus- und Tastatureingaben eines Benutzers nachbilden.
Wo keine Schnittstelle verfügbar ist, können andere Verfahren sinnvoll sein. Die technische Lösung sollte aber immer zur Kritikalität und Lebensdauer des Prozesses passen.
Automatisierung braucht Betrieb
Auch kleine Automatisierungen sind produktive Software. Fehler müssen erkannt, Änderungen an Quellsystemen berücksichtigt und Zugriffsrechte kontrolliert werden. Deshalb gehören Logging, Monitoring und eine klare Verantwortlichkeit von Anfang an dazu.
Gut umgesetzt wird Automatisierung damit nicht zu einem weiteren unsichtbaren Risiko, sondern zu einem verlässlichen Bestandteil der digitalen Arbeitsabläufe.
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